Archiv 2019
04. Februar 2019
Bundesligareferee Petersen zu Gast beim Gmünder Neujahrsempfang
Im Jahr 2019 feiert die Schiedsrichtergruppe Schwäbisch Gmünd ihr 100-Jähriges Bestehen. Den Auftakt des Jubiläumsjahr bildete der Neujahrsempfang im katholischen Gemeindezentrum in Herlikofen. Höhepunkt war der Besuch von Bundesliga-Schiedsrichter Martin Petersen.

Obmann Frank Dürr (l) dankte Bundesliga-Schiedsrichter Martin Petersen und Moderator Rüdiger Bergmann (r.) für ihren Beitrag zum Neujahrsempfang der Gmünder Schiedsrichtergruppe.

Geehrte Schiedsrichter (v. l.): Markus Späth, Ralf Ripberger, Mathias Nann, Hans-Jürgen Kleta, Angelo Anedda, Holger Wamsler, Gisbert Stauch, Walter Brenner, Tobias Vogt, Carlo Di Pasquale, Sportkreisvorsitzender Manfred Pawlita, Berthold Reck und Obmann Frank Dürr.
Der Einladung zum Empfang waren nicht nur zahlreiche Gmünder Kameraden samt Partnerinnen gefolgt, sondern auch Gäste aus den benachbarten Schiedsrichtergruppen, was zeigt, dass die Kameradschaft unter den Schiedsrichtern über die Gruppengrenze hinaus gelebt wird. Gmünds Schiedsrichterobmann Frank Dürr blickte vor den 110 Gäste auf das Geschehen im Jahr 2018 zurück und gab auch einen Ausblick auf zukünftige Herausforderungen. Momentan hat die Gruppe 151 Schiedsrichter (114 Aktive, 37 Passive mit mindestens 25 Jahre Schiedsrichtertätigkeit). Insgesamt wurden von ihnen im Vorjahr 2749 Spiele geleitet, was im Durchschnitt pro Schiedsrichter über 24 Spielleitungen macht. Für diesen Einsatz bedankte sich Dürr bei allen Kameraden. „Ohne euer Engagement und euren großen Einsatz wäre dies nicht möglich.“ Sein Dank galt aber auch den verständnisvollen Partnerinnen sowie den ehrenamtlichen Ausschussmitgliedern sowie bei seinen beiden Vorgängern, Berthold Reck und Hans Schulig, die der Gruppe beratend zur Seite stehen.
Ehrungen und eine Talk-Runde
Die Gmünder Schiris werden ihr 100-Jähriges Bestehen gebührend feiern. Zunächst steht am kommenden Samstag ein Jubiläumsturnier für Schiedsrichtergruppen in Kooperation mit dem TSV Mutlangen in der Heidehalle Mutlangen an. Weiter wird es ein gemeinsames Weißwurstfrühstück am 30. Juni beim TSV Heubach geben und am 4. Oktober in Heuchlingen schließlich die große Jubiläumsfeier.
Im Namen von Verband und Bezirks bedankte sich der Bezirksvorsitzender Jens-Peter Schuller für die gute Arbeit: „Bitte mache Sie mit dem gleichen Engagement weiter.“
Pfarrer und Schiedsrichterkamerad Johannes Waldenmaier gab einen Schiedsrichterimpuls mit dem Titel „Löst sich der Profifußball von der Basis?“. Darin ging er unter anderem auf die immer größer werdende Lücke vom Profifußball zum Amateurfußball und die dadurch sinkenden Zuschauerzahlen in den Profiligen ein.
Zwölf langjährige Schiedsrichter wurden von Obmann Dürr geehrt. Höhepunkt war die Ehrung von Berthold Reck und Gisbert Stauch für jeweils 45 Jahre sowie Walter Brenner und Carlo Di Pasquale für je 35 Jahre, die die Verdienstmedaille des Sportkreises Ostalb aus den Händen des Vorsitzenden Manfred Pawlita verliehen bekamen. Pawlita bedankte sich bei allen Schiedsrichtern für deren Engagement und Einsatz.
Es folgte eine Talk-Runde mit Martin Petersen (SRG Stuttgart), der in der 1. Bundesliga pfeift. Moderiert wurde das Gespräch von Rüdiger Bergmann, der Schiedsrichterobmann der SRG Ulm/Neu-Ulm ist sowie ehemaliger Sportchef der Südwest-Presse Ulm war. Bergmann, der neben seiner Obmanntätigkeit, jahrelang als Beobachter unterwegs war und ist, eröffnete den Talk mit einer Anekdote aus einem Beobachtungsbogen von Petersen aus seiner ersten Landesligasaison, in dem er Petersen schon damals eine sehr gute Leistung attestierte. Auf die Eröffnungsfrage, wie man denn Bundesligaschiedsrichter wird, antwortete Petersen: „Man muss jeden Tag sehr hart trainieren, immer dazulernen wollen und niemals lockerlassen.“ Petersen gab dann Einblicke in die Arbeit als Bundesliga-Schiedsrichter. Auf die Frage, wie denn ein Bundesligaschiedsrichter mit dem ganzen Druck umgeht, antwortete Petersen, dass er das alles ausblenden könne. Er lese keine Zeitung und seine Familie, insbesondere seine Frau, habe immer ein offenes Ohr für ihn hat . Auch werde vom DFB psychische Hilfe angeboten. Zum Thema Videobeweis räumte Pedersen ein, das es ihm – entgegen den Entscheidungen auf dem Platz – als Videoschiri bei einer Elfmeterentscheidung schon mal eiskalt den Rücken runter lief.
Nach der gezielten Fragerunde, welche von Rüdiger Bergmann perfekt aufgebaut wurde, nahm sich Petersen noch Zeit, Fragen aus der Gruppe zu beantworten. Dieses Angebot wurde dankend angenommen und rundete die interessante und teilweise lustige Fragerunde ab, die den Schiedsrichtern noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Geehrt wurden:
Ehrennadel des württembergischen Fußballverbandes in Bronze (15-jährige Schiedsrichtertätigkeit): Mathias Nann (Vfl Iggingen), Holger Wamsler (1. FC Normannia Gmünd)
Ehrennadel in Silber (20-jährige Schiedsrichtertätigkeit): Adalet Gökdogan (Normannia Gmünd), Markus Späth (FC Eschach), Tobias Vogt (SG Bettringen)
Ehrennadel in Gold (25-jährige Schiedsrichtertätigkeit): Angelo Anedda (TV Lindach), Ralf Ripberger (SG Bettringen)
30-jährige Schiedsrichtertätigkeit: Hans-Jürgen Kleta (TSG Salach)
35-jährige Schiedsrichtertätigkeit (plus Sportkreisverdienstmedaille): Walter Brenner (TSGV Waldstetten), Carlo Di Pasquale (SV Pfahlbronn)
45-jährige Schiedsrichtertätigkeit (plus Sportkreisverdienstmedaille): Berthold Reck (SV Pfahlbronn), Gisbert Strauch (FC Eschach)
04. Februar 2019
SRG Nürtingen gewinnt Jubiläumsturnier - Gmünder Kicker auf Platz 2
Die SRG Nürtingen hat das Jubiläumsturnier der SRG Schwäbisch Gmünd für sich entschieden. Die gastgebenden Gmünder mussten sich im Finale geschlagen geben.






In der Mutlanger Heidehalle lieferten sich am 2. Februar 15 Mannschaften spannende Spiele. Die SRG Schwäbisch Gmünd war gleich mit zwei Teams vertreten.
Team 1 mit großen Startschwierigkeiten
Den Anfang machte die erste Mannschaft der Gmünder Schiris. Gegen Schwäbisch Hall spielten sie jedoch unter ihren Möglichkeiten, lagen 0:2 zurück und verloren am Ende knapp aber verdient mit 1:2.
Gegen die SRG Kocher/Jagst waren sie deshalb bereits unter Zugzwang. Das Team geriet zwei Mal aufgrund von individuellen Fehlern in Rückstand, erspielte sich mit dem 2:2 aber noch einen Punkt.
Im Nachbarschaftsduell mit der Gruppe Heidenheim ging es dann bereits um alles. Ein Sieg war Pflicht. Unter dem Druck gelang es der jungen Truppe endlich, ihr Passspiel aufzuziehen und eine solide 2:0-Führung zu erspielen. Heidenheim kam mit dem 2:1 noch einmal heran, doch das entscheidende 3:1 ließ nicht lange auf sich warten und der erste Sieg war gelungen.
Das letzte Gruppenspiel bestritten sie gegen die bis dato dominanten Ulmer, die all ihre Gruppenspiele gewannen. In einem vom Kampf geprägten Spiel teilte man sich nach einem torlosen Unentschieden die Punkte. Die SRG Gmünd 1 qualifizierte sich als beste Gruppendritte Mannschaft fürs Viertelfinale.
Team 2 bleibt ungeschlagen
Dasselbe Ziel steckte sich die zweite Mannschaft der SRG Gmünd auch. Als erster Gegner in der Gruppe wartete die SRG Münsingen. Durch eine tolle Mannschaftsleistung gelang den Gmündern ein knapper 1:0- Erfolg.
Auch im zweiten Spiel traten die Gmünder als geschlossene Mannschaft auf. Sie lieferten sich mit der Heilbronner Gruppe einen offenen Schlagabtausch, beide spielten auf Sieg. Mit dem 3:3-Endergebnis konnten die Gmünder am Ende gut leben.
Die SRG Ludwigsburg/Vaihingen galt als vermeintlich stärkstes Team in ihrer Gruppe, die Gmünder ließen sich jedoch erneut nicht beeindrucken und erarbeiteten sich mit dem 1:1 einen Punkt.
Im letzten Gruppenspiel lagen sie lange Zeit gegen die SRG Crailsheim mit 1:2 zurück. Ein Treffer in letzter Sekunde ließ die Gmünder jedoch jubeln und der Einzug ins Viertelfinale war mit 6 Punkten und ohne Niederlage geschafft.
Im Viertelfinale trennen sich die Wege
Die erste Mannschaft der SRG Gmünd musste gegen die SRG Stuttgart, Erstplatzierter aus Gruppe A ran. Die Gmünder galten nicht als Außenseiter, die Leistung in den letzten beiden Gruppenspielen machte Hoffnung. Und tatsächlich konnte das Team diese Leistung noch einmal toppen und die Stuttgarter von Beginn an dominieren. Nach einem verdienten 3:0-Erfolg war das Halbfinal-Ticket gebucht.
Im anderen Viertelfinale mit Gmünder Beteiligung wartete die SRG Nürtingen auf die zweite Gmünder Mannschaft. Auch Nürtingen überzeugte in der Gruppenphase mit starken Leistungen und auch gegen die Gmünder, drückten sie dem Spiel ihren Stempel auf. Das 3:0 war am Ende ein erwartbares Ergebnis, da die Nürtinger bis dato sehr guten Fußball zeigten und den Gmündern kaum eine Chance ließen. Im Viertelfinale war damit Schluss für die zweite Truppe der Gmünder. Dennoch ein großer Erfolg, bedenkt man, dass in der Vorrunde kein Spiel verloren ging.
Im Halbfinale wartete die SRG Ludswigsburg/Vaihingen auf die Gmünder. Beflügelt vom 3:0- Sieg gegen Stuttgart spielte das Team engagiert und konzentriert. Eine 2:0-Führung war die logische Konsequenz. Ludwigsburg/Vaihingen gelang zwar noch der Anschlusstreffer zum 2:1 doch der Finaleinzug war den Gmündern nicht mehr zu nehmen.
Gegner im Finale war die SRG Nürtingen, die zuvor Schwäbisch Hall knapp mit 3:2 besiegte. Es entwickelte sich ein torreiches Spiel. Die Nürtinger gingen drei Mal in Führung, Schwäbisch Gmünd konnte drei Mal ausgleichen. Beim Stand von 3:3 lag die Entscheidung auf der Hand, beide Teams hatten hochkarätige Chancen, die nicht genutzt wurden. Schließlich gelang es den Nürtingern doch noch einmal in Führung zu gehen. Die Gmünder warfen alles nach vorne und erzielten kurz vor Schluss den entscheidenden 5:3-Gegentreffer. Damit war die Partie entschieden und mit der SRG Nürtingen ein verdienter Turniersieger gefunden.
08. Februar 2019
Schiedsrichtergruppe trauert um den früheren Obmann und Ehrenschiedsrichter
Adalbert Glanert

Er absolvierte im Alter von 31 Jahren im Jahr 1967 den Neulingskurs und war somit 52 Jahre Schiedsrichter. Bereits mit dem vierten Spiel leitete er die Begegnung in der 1. Amateurliga, der damaligen dritthöchsten Liga, zwischen VfL Heidenheim und SSV Ulm, da der eingeteilte Schiedsrichter nicht erschienen war und er zuvor die Reserve geleitet hatte. Das Spiel endet 2:2. Ulm verspielte den Aufstieg und Heidenheim sicherte den Klassenerhalt. Danach wollte er ironischer Weise schon wieder aufhören, da er sagte, dass er in seinem Alter ja das Maximale schon erreicht habe. Dennoch folgte eine überaus erfolgreiche Schiedsrichter-Karriere die ihn von 1970 bis 1980 zuerst in die 2. dann in die die 1. Amateurliga führte, ehe er auf eigenen Wunsch hin als Amateurliga-Schiedsrichter ausschied, um jüngeren Kameraden Platz zu machen, wie er es dem damaligen Verbandsobmann Gottfried Geltenbort schrieb.
Nach seinem Ausscheiden als Schiedsrichter aus dem Amateurbereich war schon klar, dass er in den oberen Klassen als Beobachter fungieren würde, sagte aber den Lehrgang ab, da er gruppenintern als Linienrichter benötigt wurde, wo er dann bei einigen Kameraden bis zur Oberliga als Assistent im Einsatz war. Insgesamt brachte er es in seiner aktiven Schiedsrichterlaufbahn auf knapp 1.400 Spieleinsätze als Schiedsrichter, Linienrichter oder Beobachter.
Da sein Bruder Günter Glanert ab 1974 Obmann unserer Gruppe war, wollte er zunächst nicht offiziell im Ausschuss unserer Gruppe sein, ehe er ab 1984 dann doch im Ausschuss mitarbeitete. Zuerst als Kassier und Betreuer der Schiedsrichtermannschaft, anschließend als Aktiveneinteiler. Ab 1990 war er dann unter Obmann Hans Schulig dessen Stellvertretender, ehe er dann von 1993 bis 1996 selbst Chef unserer Gruppe war. Aufgrund seiner großen Verdienste um das Schiedsrichterwesen erhielt er 1996 die Verdienstmedaille in Gold des Württembergischen Fußballverbandes und die Verdienstmedaille des Sportkreises Ostwürttemberg. Da es auch niemand in unserer Gruppe gab, der die vergangenen Jahrzehnte so geprägt hat wie er, wurde er aufgrund seiner großen Verdienste im Jahr 2007 zum ersten Ehrenschiedsrichter unserer Gruppe ernannt.
Bis vor einigen Jahren unterstützte er weiterhin unsere Amateurligaschiedsrichter bei ihren Spieleinätzen.
Zuletzt war es ihm gesundheitlich leider nicht mehr möglich unsere Schulungen und Gruppenveranstaltungen zu besuchen. Daher wurde er zuletzt im Januar 2018 für 50 Jahre Schiedsrichter zu Hause geehrt.
Die Gruppe verneigt sich vor einem ganz besonderen Kameraden du sagt vielen Dank und „vergelt`s Gott“ für alles.
Unser Mitgefühl gilt seiner Lebensgefährtin Elli und seinen Kindern mit Familie.


12. März 2019
Seniorengruppe: Whisky-Führung und Verköstung mit Vesper in Degenfeld
Der erste Seniorenausflug führte im Jubiläumsjahr 2019 am Donnerstag, den 7. März in das verträumte Degenfeld, dass ein kleiner und beschaulicher Gmünder Ortsteil ist. Hier im Lautertal hat sich Ulrich Kothe seinen Traum, eine Whiskybrennerei mit Museum, verwirklicht. In dieser ersten Kleinverschlussbrennerei im Ostalbkreis aus eigener Produktion werden edle Destillate, Whisky und Gin erzeugt.
Ulrich Kothe und sein Sohn Matthias haben mit ungeheurem Enthusiasmus und Liebe bis ins kleinste Detail ein Kleinod geschaffen. Der in den Hang gebaute Gewölbekeller birgt einen wahren Schatz für Whiskyfreunde. Betritt man das große Gewölbe, so kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Eine eigens konstruierte Whiskybrennerei, ein offener Kamin, zwei lange Tafeln aus schweren Eichentischen für viele Gäste. Hinten öffnet sich das Allerheiligste, das Whiskylager mit schmiedeeisernem Tor und einem schweren Schloss aus dem 18. Jahrhundert. Überall Museumsstücke, die die Geschichte der Brennkunst vergangener Jahrzehnte erzählen.
Der für Besucher faszinierende Anblick lässt aber auch erahnen, dass hier gearbeitet wird und zwar auf allerhöchstem Niveau. Das zeigt schon die Brennanlage auf der die Whiskys destilliert werden. Auch sonst ist alles perfekt ausgerichtet auf die Produktion, ein besonderer Ort, um besondere Destillate zu erschaffen. Im Hintergrund immer das Ziel im Blick, abgefüllt in Fässer, um nach der Reife einen besonderen Genuss zu bereiten – Old Gamundia Whisky.
Bei sehr guten rustikalem Vesper sprach man noch über die guten alten Schiedsrichterzeiten und ließ das Treffen gemütlich ausklingen.



14. März 2019
Schiedsrichterkamerad Michael Wahl verstorben
Leider erreicht uns schon wieder eine Todesnachricht und wir müssen Abschied nehmen von unserem Schiedsrichterkameraden Michael Wahl, der am 11. März 2019 im Alter von 84 Jahren verstarb. Sein Heimatverein war seit 1966 der SV Frickenhofen, wo er auch diverse Ämter vom Jugendleiter über Ausschussmitglied, zweiter und erster Vorstand sowie Schiedsrichterbetreuer war.
Michael Wahl legte die Schiedsrichterprüfung im Jahr 1959 in der Gruppe Backnang ab und war somit 60 Jahre Schiedsrichter. In den 60-iger Jahren wechselte er zur Schiedsrichtergruppe Schwäbisch Gmünd wo er bis zur 1999 aktiver Schiedsrichter war und vorwiegend im Herren KL A und B-Bereich eingesetzt wurde. Seinem Wunsch wurde damals entsprochen nach 40 Jahren aktiver Schiedsrichtertätigkeit Schluss zu machen. 40 Jahre Schiedsrichter zu sein ist wahrlich nicht alltäglich, viele Sonntage im Jahr seinem Hobby und dem Verein zu opfern ist nicht für alle selbstverständlich, für Michael war es aber so. Mit seinem letzten Spieleinsatz, dem Lokalderby der Reservemannschaften zwischen der TSF Gschwend und dem SV Frickenhofen hatte er, der er in Rotenhar wohnte, ein würdiges Abschiedsspiel. Auch nach seiner aktiven Laufbahn war er weiterhin bei den Schulungen anwesend und man sah ihn auch oft bei seinem Heimatverein, dem VfR Aalen oder um Gschwend herum auf dem Sportplatz, bis dies im aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich war.
Die Schiedsrichter-Ehrennadel in Gold, die höchsten Auszeichnung bei uns im Württembergischen Fußballverband, wurde ihm für seine Verdienste bereits 1984 verliehen. Zudem erhielt er vom Sportkreis Ostalb die damals äußerst selten verliehene Sportkreisverdienstmedaille im Jahr 1999. Zuletzt wurde er Anfang 2010 für 50 Jahre Schiedsrichtertätigkeit im Rahmen der Gruppenschulung geehrt und 2014 anlässlich seines 80. Geburtstags zu Hause besucht.
Mit Michael Wahl verliert die Schiedsrichtergruppe einen in seiner Zeit pflichtbewussten, treuen und zuverlässigen Kameraden. Die Schiedsrichtergruppe Schwäbisch Gmünd sagt vielen Dank für alles und vergelt´s Gott.
Unser Mitgefühl gilt seinen Kindern mit Familie.

15. März 2019
Neulingskurs abgeschlossen - 19 neue Schiedsrichterfür die Gruppe Schwäbisch Gmünd
An insgesamt neun Lehrabenden verfolgten die begeisterten Neulinge im Barmer-Forum beim 1. FC Normannia Gmünd den Ausführungen von Lehrwart Michael Karle von der Schiedsrichtergruppe Waiblingen. Es wurden alle 17 Regeln gelernt, über Videoszenen diskutiert und durch Rollenspiele spieltypische Situationen mit Schiedsrichter, Spielern und Offiziellen durchgeführt. Dabei wurde auch auf Körpersprache, den Onlinespielbericht und den Umgangston auf und neben dem Platz eingegangen. Während der Präsentation war Lehrwart Michael Karle, ehemaliger Drittligaschiedsrichter und Assistent in der 2. Bundesliga, mit Leidenschaft dabei, sodass es nie langweilig wurde. Alle 21 Teilnehmer die zur Prüfung zugelassen wurden legten diese erfolgreich ab. Dabei mussten 20 teils knifflige Fragen beantwortet und mindestens 50 von möglichen 60 Punkten erreicht werden. Lehrwart Michael Karle fügte hinzu: „Das gute Prüfungsergebnis spiegelt die engagierte und gute Atmosphäre im Kurs wider.“
Obmann Frank Dürr war mit dem Kurs zwar insgesamt zufrieden, bedauerte aber, dass vor allem die Vereine, die keinen Schiedsrichter haben weiter keine Neulinge zum Kurs angemeldet haben. „Einigen Vereinen scheint die Sache leider gleichgültig zu sein. Dies kann aber so nicht angehen“, so Dürr. Den Neulingen wünscht der Gmünder Obmann, dass sie die gezeigten theoretischen Leistungen auch auf dem Spielfeld umsetzen und dass sie Spaß am Pfeifen finden. Die neuen Schiedsrichter werden in ihren ersten drei Spielen durch erfahrene Unparteiische unterstützt, um sich besser an die neue Situation zu gewöhnen.
Folgende Teilnehmer haben am Neulingskurs teilgenommen und werden zukünftig für die Gruppe Schwäbisch Gmünd zum Einsatz kommen:
Can Kici (FC Alfdorf)
Manuel Maier (1. FC Germania Bargau)
Murat Koc (SG Bettringen)
Baris Bozkus (TSF Gschwend)
Felix Uhl, Jonas Werner (beide TV Heuchlingen)
Noah Nemeth (TV Lindach)
Marcel Knödler (1. FC Stern Mögglingen)
David Offenloch (TSV Mutlangen)
Christoph Kunze (1. FC Normannia Gmünd)
Levi Oettle (TSB Gmünd)
Hakan Akin, Evren Arslan (beide TSG Türkgücü Gmünd)
David Englert, Stefano Heisig, Maex Pietschmann, Fabian Reissmüller (alle TSGV Waldstetten)
Lukas Schnee (SV Fachsenfeld)
Gabriel-Cosmin Simion (SV Kaisersbach)
SRG Aalen: David Auer (TSV Dewangen)
SRG Göppingen: Anna-Maria Lebersorger (1. FC Normannia Gmünd)


22. März 2019
Aktion DANKE-SCHIRI-Veranstaltung mit Ü50-Bezirkssieger Hans-Jürgen Kleta

Sie übernehmen unbestritten die schwierigste Aufgabe im Fußball – die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter. Am Montag, den 19. März wurden 35 Persönlichkeiten aus dem Schiedsrichterwesen des Württembergischen Fußballverbandes für ihr herausragendes Engagement ausgezeichnet. Unter den Geehrten Hans-Jürgen Kleta, der Bezirkssieger Ü50 des Bezirks Ostwürttemberg. Bewegende Momente, lustige Anekdoten und eine große, kameradschaftliche Verbundenheit prägten eine stimmungsvolle Veranstaltung in der Prüfhalle der DEKRA-Niederlassung Reutlingen.
„Wir haben heute Abend außerordentlich engagierte Menschen für ihren ehrenamtlichen Einsatz ausgezeichnet. Für alle Preisträger ist ihre Tätigkeit als Schiedsrichter eine große Leidenschaft, die nicht immer nur Spaß und Freude mit sich bringt. Umso schöner ist es, dass wir die Möglichkeit haben, diesen Menschen in diesem Rahmen zu danken.“, sagt Verbands-Schiedsrichter-Obmann Giuseppe Palilla aus Spaichingen. Diesem Dank schloss sich auch Helmut Geyer, komm. Vorsitzender des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses und ehemaliger WFV-Schiedsrichter-Obmann aus Hessigheim, in seinem Grußwort an.
Geehrt wurden Unparteiische in drei Kategorien: Schiedsrichter unter 50 Jahren (U50), über 50 Jahren (Ü50) und Schiedsrichterinnen. Die Auszeichnung erfolgte bezirksweise. Aus den drei Kategorien wurde vom Verbands-Schiedsrichterausschuss jeweils eine Persönlichkeit als Landessieger nominiert und erst im Rahmen der DANKE SCHIRI-Veranstaltung bekannt gegeben. Die Bekanntgabe führte zu bewegenden Momenten bei den Landessiegern. Deniz-Osman Tekin von der Schiedsrichtergruppe Tübingen (Kategorie U50) freute sich über seine Auszeichnung und möchte diese besondere Ehrung am liebsten mit seinen U50-Mitstreitern teilen. Serafina Guidara von der Schiedsrichtergruppe Nürtingen sprang hoch und wurde von ihren mitgereisten Schiedsrichter-Kameraden lauthals gefeiert – die Überraschung ist gelungen. Wolfgang Scheidt (Ü50) von der Schiedsrichtergruppe Ludwigsburg rang nach Worten, war fürchterlich überrascht und einfach nur sehr glücklich.
Jeder einzelne Bezirkssieger kam mit seiner eigenen, einzigartigen Geschichte – Moderator Moritz Werz führte wortgewandt durch den Abend. Eine Talkrunde mit Bundesliga-Schiedsrichter Martin Petersen bildete den Schluss der Veranstaltung. Insbesondere die neue Regelung der persönlichen Strafen für Trainer wurde lebhaft diskutiert. Petersen begrüßt die Einführung einer Gelben und Roten Karte für Trainer: „So ist auch für die Zuschauer klar zu erkennen, was auf der Trainerbank passiert. Der Zuschauer kann ja nicht hören, was ich zu dem Trainer sage, sondern sieht nur, dass der Trainer auf die Tribüne verwiesen wird. Mit der Gelben Karten wird sofort klar, der Trainer ist verwarnt und beim nächsten Mal gibt es Rot.“ Neben den neuen Bundesliga-Regeln wurde mit Landessiegerin Serafina Guidara, dem Vorsitzenden des SFV-Schiedsrichterausschusses Florian Steinberg und Guiseppe Palilla weitere Schiedsrichter-Themen wie Handspiel und Videobeweis diskutiert.
Die Ehrung DANKE SCHIRI wird deutschlandweit von DFB und Landesverbänden gemeinsam mit Partner DEKRA organisiert und durchgeführt. Die drei Landessieger aus Württemberg werden zu einem DFB-Festakt am 11./12. Mai 2019 nach Frankfurt reisen und besuchen neben einem attraktiven Programm das Bundesligaspiel Eintracht Frankfurt gegen den FSV Mainz 05.
06. April 2019
Schiedsrichter Adalet Gökdogan verstorben
Leider erreichte uns die traurige Nachricht, dass unser Schiedsrichterkamerad Adalet Gökdogan nach kurzer schwerer Krankheit am 04. April 2019 im Alter von nur 52 Jahren plötzlich verstorben ist.
Adalet legte im Oktober 1998 die Schiedsrichterprüfung ab und war somit gut 20 Jahre Schiedsrichter. Dafür wurde er an unserem diesjährigen Neujahrsempfang am Sonntag, den 20.01.2019 noch mit der Schiedsrichter-Ehrennadel in Silber des Württembergischen Fußballverbandes geehrt. Sein Heimatverein war seit 2012 der 1. FC Normannia Gmünd, davor pfiff er für den TSV Waldhausen.
Er leitet überwiegend Spiele im Jugendbereich und war sich dabei für keinen Spielauftrag zu schade. Bei den Schulungen war er regelmäßig anwesend, so dass er jedes Jahr für seinen Verein anrechenbar war. Insgesamt leitet er in seinen 20 Jahren knapp über 400 Spiele, was durchschnittlich 20 Spieleinsätze pro Saison ausmacht.
Vor der Teilnahme an unserem Neujahrsempfang am 20. Januar 2019 pfiff er zuletzt Mitte September 2018, ehe er aus gesundheitlichen Gründen pausieren musste. Am 04. April verstarb er nach kurzer schwerer Krankheit überraschend.
Die Gmünder Schiedsrichter werden ihn in guter Erinnerung behalten und stets ein ehrendes Gedenken wahren. In diesen schweren Stunden gilt unser Mitgefühl seiner Ehefrau und seinem Sohn sowie seinen Angehörigen.

03. Mai 2019
Neues vom DFB

Bruno Tamm (SR-Gruppe Aalen), Bezirksvorsitzender Jens-Peter Schuller, Helmut Geyer vom DFB, Bernd Birkenmeier (SR-Gruppe Heidenheim) und Frank Dürr (SR-Gruppe Gmünd) vor der Schiedsrichterschulung in Böbingen.
Er ist der höchste Vertreter der Amateur-Schiedsrichter im Deutschen Fußballbund und hatte viel zu berichten aus Frankfurt: Helmut Geyer. Der Stellvertretende Vorsitzende ist im DFB-Schiedsrichterausschuss vertritt dort die Interessen der Schiris von der Basis. Bei diesen Schiris der Basis war er zu einer Schulung nun zu Gast.
Die TSV-Halle in Böbingen reichte gerade so, um den angereisten Schiedsrichtern aus dem gesamten Bezirk Ostwürttemberg Platz zu bieten. Denn eingeladen waren alle drei Schiedsrichtergruppen des Bezirks, Aalen, Schwäbisch Gmünd und Heidenheim und der Einladung wurde zahlreich gefolgt. So konnte der Bezirksschiedsrichterobmann Frank Dürr viele Unparteiische begrüßen und natürlich den Mann, wegen dem alle gekommen waren: Helmut Geyer.
Geyer war viele Jahre der Verbands-Schiedsrichter-Obmann im wfv bevor er diese Aufgabe beim Süddeutschen Fußballverband übernommen hatte und jetzt in dieser Funktion beim Deutschen Fußballbund ist.
Dass er die Interessen der Amateurschiedsrichter dort gut vertritt zeigt unter anderem die längst überfällige Besetzung der AG Fair Play und Gewaltprävention auch mit Schiedsrichtern. Denn die Schiris sind einerseits die Hauptnutznießer dieser Aktionen aber eben auch häufig der Angriffspunkt von Anfeindungen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Gunter A. Pilz stehen Maßnahmen zur Prävention von Gewalt und Diskriminierung in dieser Arbeitsgruppe im Vordergrund.
Der Amateurbereich der Schiedsrichter ist eigentlich in den jeweiligen Landesverbänden angesiedelt, die Amateurkommission beim DFB kümmert sich jedoch auch um die Organisation des Spielbetriebs, die Weiterbildungen von Obleuten und Lehrwarten und um neu eingeführte Spielformen wie Futsal oder aber auch um Trendsportarten wie Beach-Soccer.
Natürlich kam an diesem Abend die Sprache auch auf die zu erwartenden strukturellen Änderungen, die der DFB in puncto Schiedsrichter beim Bundestag im September beschließen will. Im Mittelpunkt steht dabei der Wunsch die Schiedsrichterelite in Deutschland zu professionalisieren. Die Amateurschiedsrichter werden auch dann noch im Ehrenamt bleiben. Und genau für dieses ehrenamtliche Engagement auf den Sportplätzen des Bezirks bedankten sich Helmut Geyer und der Bezirksvorsitzende Jens-Peter Schuller bei den Schiris ganz herzlich.
06. Mai 2019
Für Fußball und Kirche - Johannes Waldenmaier feiert 60. Geburtstag
Wir gratulieren unserem Schiedsrichterkameraden und Pfarrer Johannes Waldenmaier ganz herzlich zu seinem 60. Geburtstag.

14. Mai 2019
Erfolreiche Jung-SR-Schulung in Bargau
23 Jung-SR und Neulinge waren am 13.05. bei der Jung-SR-Schulung im Clubheim des 1. FC Germania Bargau, um dem Vortrag „Besonderheiten im Jugendspielbetrieb“ von Lehrwart Holger Böhm (SRG Nürtingen) zu lauschen. Ein Dank gilt dem 1. FC Germania Bargau für die Nutzung der Räumlichkeiten und der hervorragenden Bewirtung.

26. Juli 2019
Schiedsrichtergruppe Schwäbisch Gmünd zieht positive Saisonbilanz
Strukelj: Aufstieg in die Landesliga
Röhrig neben Sutera Assistent in der A- und B-Junioren Bundesliga
Auch bei den Schiedsrichtern wurde am Ende der vergangenen Saison Bilanz gezogen. Die Landesliga-Schiedsrichter Manuel Krieger, Markus Sutera und Johannes Röhrig konnten in ihrer jeweils dritten bzw. zweiten Saison die Klasse solide halten. Landesliga-Neuling Dominik Barth konnte in seiner ersten Saison ebenfalls die Klasse souverän halten. Landesliga-Schiedsrichterin Miriam Dreher wurde in Ihrer Premierensaison in den Coaching Kader berufen, wodurch man speziell gefördert wird und nicht absteigen kann. Sie geht somit auch in Ihre zweite Landesligasaison. Felix Strukelj stieg zudem in die Landesliga auf. Somit sind die sechs Landesliga-Schiedsrichter Barth, Dreher, Krieger, Röhrig, Sutera und Strukelj die Ranghöchsten der Gruppe Schwäbisch Gmünd und diese hat so viele Amateurliga-Schiedsrichter wie schon seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr.
In der abgelaufenen Saison leiteten 123 Gmünder Schiedsrichter insgesamt 2.726 Spiele, was über 22 Spiele im Durchschnitt ergeben. Die Anrechenbarkeit für ihren jeweiligen Verein lag bei 96 Schiedsrichtern und damit knapp über 78 Prozent.
Im Beobachtungswesen wurden die Gmünder Schiedsrichter in der vergangenen Saison von Manuel Krieger (TSB Gmünd), Markus Sutera (TV Lindach), Johannes Röhrig (Spfr. Lorch), Dominik Barth (1. FC Stern Mögglingen) und Miriam Dreher (SV Rohrau) in der Landesliga vertreten, wodurch sie die ranghöchsten Schiedsrichter der Gmünder Gruppe waren. Manuel Krieger zeigte in seiner dritten Landesligasaison konstant gute Leistungen und landete nach insgesamt acht Beobachtungsspielen auf Platz 22 von insgesamt 88 Schiedsrichtern im Leistungskader. In seinem dritten Jahr in der Landesliga wurde Markus Sutera durch ebenfalls konstant gute Leistungen nach sieben Beobachtungen 29 von 88 Schiedsrichtern. Somit gehen Krieger und Sutera in Ihre vierte Landesligasaison. Johannes Röhrig hielt in seiner zweiten Landesligasaison ebenfalls durch solide Leistungen problemlos die Klasse und landete letztendlich auf einem guten 36. Platz. Schiedsrichterin Miriam Dreher wurde in Ihrer Premierensaison in den Coachingkader (für besonders förderungswürdige Schiedsrichter) berufen, wodurch sie keine Noten erhalten hat. Im Coachingkader kann man nach der Saison eventuell aufsteigen, aber nicht absteigen. Einen Aufstieg gelang Miriam Dreher jedoch leider nicht. Ebenfalls in seiner Premierensaison gelang Dominik Barth durch konstant gute Leistungen ein beachtlicher 29 Plätzen, landeten doch viele seiner Mitaufsteiger erheblich weiter hinten. Auf diese Leistungen kann er aufbauen. Erfreuliche Nachrichten erhielten Sutera und Röhrig nach dem Saisonende von Verbandsschiedsrichterobmann Giuseppe Palilla übermittelt. Die beiden wurden als Assistenten für die kommende Runde in der A- und B-Junioren-Bundesliga gemeldet. Für Sutera ist es bereits die dritte Saison in den Junioren Bundesligen, für Röhrig die Zweite. „Dies ist für die beiden, als auch für die Gruppe, ein toller Erfolg, wenn man bedenkt, dass es im gesamten Württembergischen-Verbandsgebiet nur 12 Assistentenplätzte für die A- und B-Junioren-Bundesliga gibt“, bilanziert der Gmünder Obmann Frank Dürr. Dieser hofft, dass beide auch als Schiedsrichter in der Landesliga in ihrer jeweiligen dritten bzw. vierten Saison weiter gute Leistungen bringen, denn dort ist die Leistungsdichte der Schiedsrichter sehr hoch und es gibt „kein gesichertes Mittelfeld“, so dass man bei ein paar Fehlern gleich um den Klassenerhalt bangen muss. „Schön wäre es, wenn einer mal den Sprung in die Verbandsliga schaffen würde“, so Dürr weiter. Zutrauen tut der Gmünder Obmann dies allen seiner Schützlinge, gibt aber auch zu bedenken, dass man, wenn man nicht aufpasst, auch schnell im Abstiegskampf landen kann.
Bereits in der Bezirksliga müssen Schiedsrichter, die unter Beobachtung pfeifen wollen, eine körperliche und schriftliche Leistungsprüfung erfolgreich vor der Saison absolvieren, ansonsten dürfen Sie keine Beobachtungsspiele leiten. Da die Gruppe ein Platz an die Aalener Gruppe abgab, konnte in der vergangenen Saison ein Schiedsrichter für die Bezirksliga-Beobachtung melden. Die Gruppe entschied sich für Felix Strukelj (TSV Heubach). Dieser schaffte es in die Rückrunde um den Aufstieg in die Landesliga unter 48 Schiedsrichtern im Verbandsgebiet. Mit sehr guten Leistungen sicherte er sich bereits in seiner ersten Beobachtungssaison in der Bezirksliga mit Platz 14 einen von 21 Aufstiegsplätzen in die Landesliga. „Schön, dass wir nach den Doppelaufsteigern Krieger und Sutera vor drei Jahren, dem Aufstieg von Röhrig vor zwei Jahren und dem letztjährigen Aufstieg von Barth sowie der Gruppenwechsel von Dreher dieses Jahr mit Felix Strukelj erneut einen Aufsteiger in die Landesliga haben. „Fünf Aufsteiger in die Landesliga in den letzten vier Jahren sind außergewöhnlich, denn der Konkurrenzkampf bei 39 Schiedsrichtergruppen ist sehr hoch“, bilanziert Dürr. Felix Strukelj hatte sicherlich nun auch das Glück, dass auch dieses Jahr wieder wie in der Vorsaison einige Kameraden mehr als in den Jahren zuvor aufgestiegen sind. Für ihn freut es mich sehr, dass er in seiner ersten Bezirksliga-Beobachtungssaison aufgestiegen ist. Ziel ist natürlich sich erst einmal in der Landesliga zu halten. Toll, dass sich unsere Nachwuchsarbeit in den letzten Jahren auszahlt“, so der Gmünder Obmann Frank Dürr.
„Gleichzeitig sechs Amateurliga-Schiedsrichter hatten wir, wenn überhaupt, schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr in unserer Gruppe“, freut sich Dürr. Dies ist für die Gruppe in ihrem 100-jährigen Jubiläumsjahr toll.
Für die Bezirksliga-Beobachtung erhielt die Gmünder Gruppe in dieser Runde wieder zwei Plätze. Durch die fünf Aufstiege in den letzten vier Jahren war es dieses Jahr nicht möglich einen geeigneten Kandidaten zu melden. Deshalb wurden beide Beobachtungsplätze an die Gruppe Aalen bzw. Heidenheim abgegeben.
Allerdings ist die Gruppe weiterhin in der glücklichen Lage, einige junge taltentierte Kameraden in ihren Reihen zu haben, welche sich in dieser Saison für die Bezirksliga Beobachtung präsentieren können. Diese werden, wie in den Jahren zuvor, bei Nachwuchsbeobachtungen in der Kreisliga A angeschaut und beobachtet. Ziel war und ist es derzeit diese an die Aktivenspiele heranzuführen bzw. auf die Beobachtung in der Bezirksliga vorzubereiten. „Wir hatten ja bereits vor einiger Zeit einen Nachwuchs-Förderkader gegründet. In diesem werden die Nachwuchsleute betreut und beobachtet. „Durch die Reduzierung der Beobachtungsplätze vor einigen Jahren wird es in der Kreisliga A in der anstehenden Saison bereits wieder zu einem Leistungskampf und Wettbewerb auf die Beobachtungsplätze in einem Jahr kommen. Dürr freut sich, dass einige junge Kameraden im Schiedsrichterwesen sehr engagiert sind, allerdings dürften es ruhig noch mehr sein. Zudem werden die jungen Kameraden auch bei höherklassigen Spielen als Assistenten eingesetzt.
Besonders in der kommenden Saison ist es bei sechs Landesligaschiedsrichtern mit Assistenten wichtig viele junge Schiedsrichter als Assistenten auszubilden, weshalb derzeit wieder einige junge Kameraden bei Testspielen ausgebildet werden.
Als Beobachter im Verbandsgebiet ist seit 2006 weiter Thomas Maihöfer (TV Herlikofen) unterwegs. Er beobachtet dabei Schiedsrichter bis zur Verbandsliga. Obmann Frank Dürr selbst beobachtet jetzt in seiner sechsten Saison Schiedsrichter und ist dabei seit 2016 bis zur Landesliga unterwegs. Neben diesen beiden offiziellen Beobachtern finden außerdem mit erfahrenen Kollegen wie Dietmar Abele (TSGV Waldstetten), Manfred Bauer (FC Alfdorf), sowie Berthold Reck (SV Pfahlbronn) eine Nachwuchsförderung statt. Dabei werden die jungen Schiedsrichter bei Spielen begleitet und anschließend die Spielleitung gemeinsam analysiert.
Aktuell hat die Gmünder Schiedsrichter einen Bestand von 120 aktiven Schiedsrichtern. In der vergangenen Saison waren 123 Schiedsrichtern im Einsatz. Von diesen waren 96 Schiedsrichter (knapp über 78 Prozent) für ihren jeweiligen Verein anrechenbar, sprich sie haben mindestens vier Pflichtschulungen besucht und 15 Spiele geleitet. (unter 18 Jahre sind es zwölf Spiele) Insgesamt leiteten die Gmünder Schiedsrichter 2.726 Spiele, was sich pro Schiedsrichter auf 22 Einsätze in einer Saison niederschlägt. „Zur Vorjahressaison hat sich der Durchschnitt pro Schiedsrichter konstant gehalten. Hier ist trotz allem die maximale Belastung längst erreicht. Von der C-Junioren bis zu Aktiven müssten die Vereine im Altkreis Gmünd 145 Schiedsrichter stellen, allerdings hat die Gmünder Gruppe insgesamt nur 120 aktiven. Selbst wenn alle für ihren Verein anrechenbar wären, hätte man immer noch zu wenige Schiedsrichter. Hätten wir nicht einige Kameraden, die Woche für Woche Doppel- oder gar Dreifacheinsätze in Kauf nehmen würden, könnten wir den derzeitigen Spielbetrieb schon längst nicht mehr so aufrechterhalten“, bilanziert Dürr. Deshalb werden in der kommenden Saison die Herren Reservespiele nicht mehr durch einen geprüften Schiedsrichter besetzt. Ebenso in der Vorrunde die D-Junioren „ohne Aufstiegsrecht“ und in der Rückrunde die D-Junioren „7er-Staffeln“, da bereits in der Rückrunde einige Spiele in der Jugend von den Vereinen selbst geleitet werden mussten und bei den aktiven Mannschaften an benachbarte Schiedsrichtergruppen abgegeben wurde. Das es zu diesem Einschnitt bei der Einteilung hat für Obmann Dürr zwei Gründe. Erfreulich ist zwar, dass wir wieder viele Amateurliga-Schiedsrichter haben. Vor drei Jahren hatten wir noch zwei Amateurliga-Schiedsrichter, letzte Saison waren es fünf. Diese stehen der Gruppe zumeist sonntags nicht zur Verfügung, weil Sie zusammen mit ihren Assistenten Amateurligaspiele pfeifen. Hier waren es zweimal mehr Spiele als noch vor drei Jahren. „Und durch den Aufstieg von Felix Strukelj werden es nicht weniger“, bilanziert Dürr. Zudem sind die Anzahl der Spiele in der Kreisliga B und bei den Reserven auch nicht weniger geworden. Auch fallen weniger Spiele durch den möglichen Flex-Modus (neun gegen neun) aus als früher. Die Nichtbesetzung ist nun ein Fingerzeig an alle Vereine, dass dringend neue Schiedsrichter benötigt werden. Daher wird man am 27. Januar 2020 im Forum des 1. FC Normannia Gmünd wieder einen Neulingskurs starten, wo gehofft wird, dass dieser viele Teilnehmer findet. „Sonst kann es in der Rückrunde schon sein, dass weitere Klassen nicht mehr besetzt werden können“, so Dürr weiter.
Einige Schiedsrichter haben sich besonders engagiert und auch oft kurzfristige Spieleinsätze von den Einteilern Frank Dürr (Aktive) und Johannes Röhrig (Jugend) übernommen. Die Top Zehn mit dem meisten Spieleinsätzen waren durch die gleiche Anzahl von mindestens 53 Spielleitungen: Abele, Dietmar (TGV Waldstetten), Barth, Dominik (1. FC Stern Mögglingen), Dreher, Miriam (SV Rohrau), Herzer, Roland (TV Lindach), Kleta, Hans-Jürgen (TSG Salach), Nann, Mathias (VfL Iggingen), Ostertag, Hermann (SV Lautern), Röhrig, Christoph (Spfr Lorch), Röhrig, Johannes (Spfr Lorch), Strukelj, Felix (TSV Heubach), Urban, Sven (TSV Großdeinbach)

Die Gmünder Landesligaschiedsrichter von links nach rechts:
Dominik Barth, Manuel Krieger, Miriam Dreher, Johannes Röhrig, Felix Strukelj. Es fehlt: Markus Sutera.
24. September 2019
Unser Schiedsrichter Klaus Munz von der TSF Gschwend im Interview
Schiedsrichter sind Mangelware. Hier könnt ihr das ganze Interview mit unserem Schiri-Kollegen Klaus Munz nachlesen:

01. Oktober 2019
Josef Janke (68) und Hermann Krieger (79) verstorben

Hermann Krieger
Am 17.09.2019 verstarb Hermann Krieger im Alter von 79 Jahren. Sein Heimatverein war der TSB Gmünd, wo er jahrelang engagierter Funktionär und „Mädchen für Alles“ war. Hermann legte den Neulingskurs 1980 ab und war insgesamt 39 Jahre SR. Davon war er 25 Jahre aktiv und leitete insgesamt knapp 400 Spiele. Zumeist wurde er dabei im Jugendbereich eingesetzt. Da er auch bei den Schulungen immer anwesend war, war er für seinen Verein stets anrechenbar. Danach war es ihm aber aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich an den Schulungen und sonstigen Veranstaltungen teilzunehmen. Da er seit März 2018 im Pflegeheim in Aalen war, meldete ihn sein Bruder als Schiedsrichter im Juni 2019 ab. Dennoch danken wir Hermann für seinen Einsatz. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.

Josef Janke
Wie leider erst jetzt bekannt geworden, ist unser Schiedsrichterkamerad Josef Janke bereits am 25. Juli 2019 im Alter von 68 Jahren plötzlich verstorben.
Josef war seit 1975 insgesamt 44 Jahre Schiedsrichter. Sein Heimatverein war der TV Bezgenriet, wo er auch wohnte. Bis 2003 gehörte er der Schiedsrichtergruppe Göppingen an, ehe er zu uns wechselte. Er war immer gerne Schiedsrichter, mit „Leib und Seele“ dabei und leitete selbst bis 2009 im aktiven Bereich Spiele, ehe er aus gesundheitlichen Gründen ins passive Lager wechseln musste. Bei den Seniorenveranstaltungen oder Neujahrsempfängen war er zumeist noch anwesend. Zuletzt war er auch am 30. Juni 2019 in Heubach bei unserem Jubiläumsfoto mit Weißwurstfrühstück. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.

05. Oktober 2019
Eindrücke von der Jubiläumsfeier






08. Oktober 2019
Die zweitälteste Gruppe Württembergs
Ein Bericht aus der Rems-Zeitung vom 4. Oktober 2019

08. Oktober 2019
Von Schiedsrichtern für Schiedsrichter
Ein Bericht aus der Rems-Zeitung vom 7. Oktober 2019

12. Oktober 2019
100 Jahre Schirigruppe Gmünd
Ein Bericht aus der Gmünder Tagespost vom 8. Oktober 2019

13. November 2019
Schiedsrichter Willi Klenk verstorben
Am Samstag, den 09. November 2019 verstarb unser Schiedsrichterkamerad Willi Klenk im Alter von 88 Jahren. Er war seit 1963 Schiedsrichter und seit 1976 passiver Schiedsrichter. Sein Heimatverein war der TSV Ruppertshofen.
Ehrenamtliches Engagement im Verein zog sich wie ein roter Faden durch das Leben von Willi Klenk. Als der TSV Ruppertshofen 1949 gegründet wurde, zählte er zu den aktiven Spielern der ersten Stunde und übernahm später die Aufgabe des Spielleiters. Als ein Jugendleiter gebraucht wurde, konnte man auf ihn genauso zählen wie bei der Besetzung des „Vize“, später des Vorsitzenden. Willi Klenk legt 1963 die Schiedsrichterprüfung ab. Auch Schiedsrichter-Beobachter war er und nahm den Schiedsrichter-Nachwuchs unter die Lupe.
Unser Mitgefühl gilt seiner Ehefrau und seinen Kindern mit ihren Angehörigen.

15. Dezember 2019
FuPa-Interview mit unserem Schiedsrichterkollegen Sven Urban
„Das Wochenende gehört der Schiedsrichterei“
Sven Urban ist Schiedsrichter aus Leidenschaft und in seinem Fach inzwischen ein alter Hase. Im Interview erzählt er von den schönen, aber auch von den Schattenseiten seines Daseins.
Sonntag zehn Uhr, und Sven Urban – Schiedsrichter des Württembergischen Fußballverbandes – startet so langsam in den Tag. Am Tag zuvor schon ein Jugendspiel geleitet, gehört auch der Sonntagmittag, Nachmittag und frühe Abend dem Amateurfußball. Er fährt los zum Spielort, oftmals 50 oder 60 km weit, erkundet das Areal und sucht den Kontakt mit den Verantwortlichen und Trainern. „Man kann schon vor der Partie etwas für ein faires Miteinander tun“, so der Schiedsrichter aus Leidenschaft. Dann zieht er sich um, macht sich bereit.
Beim Anpfiff heißt es hochkonzentriert zu sein und mit großem Respekt an die Aufgabe 90 Minuten Amateurfußball heranzutreten. „Respekt zeigen und Respekt erhalten“, so das Motto von Sven Urban.
Mit welcher Motivation richtet Urban seine Wochenenden so konsequent nach dem Fußball aus? Was sind die Schattenseiten seines Jobs? Welche Botschaft hat er an alle Nachwuchsschiedsrichter? Das FuPa-Gespräch gibt Antworten auf diese und etliche weitere Fragen.
Julian Hermann: Lieber Sven, sonntags bist Du regelmäßig als Schiedsrichter in den Kreisligen im Einsatz. Treibst Du denn zumindest an den anderen sechs Tagen der Woche etwas Sport?
Sven Urban (29): Das Gebiet erstreckt sich über Ostwürttemberg hinaus, unter anderem bin ich auch in Hohenlohe, Neckar/Fils und Rems/Murr unterwegs. In der Bezirksliga sind es auch Stuttgart, Enz/Murr, Donau/Iller, die umliegenden Bezirke also.
Ich leite samstags oft Jugendspiele oder bin auch als Schiedsrichter-Assistent in der Landesliga unterwegs. Ich bin also meistens samstags und sonntags im Einsatz. Somit gehört das Wochenende der Schiedsrichterei.
Ich gehe in der Woche noch zweimal ins Fitnessstudio und das langt mir dann auch als Sport.
Wie sehr freust Du Dich jetzt über die spielfreie Zeit?
Spielfrei kann man es nicht nennen, denn es geht nahtlos weiter mit den Hallenturnieren.
Gab es in der Hinrunde einen Spieltag, der völlig ohne Aufreger auskam?
Ja, ein paar ruihige Spiele gab es. Meistens diejenigen, die deutlich ausgingen.
Kannst Du mal von einer besonders hitzigen Situation berichten?
Ich hatte in dieser Saison keine schlimmen Vorfälle, es lief alles fair ab, und ich hoffe, dass es in der Rückrunde auch so bleibt.
Vor kurzem war das Thema „Attacken gegen Schiedsrichter“ groß in den Medien, es ist zu schlimmen Vorfällen gekommen, Schiedsrichter wurden auf brutalste Weise tätlich angegangen. Hattest Du auch schon derart abscheuliche Erfahrungen?
Es sind sehr schlimme Taten, die meinen Kollegen erleben mussten, sowas gehört nicht zum Sport. Ich bin sehr froh, dass mir nicht mal ansatzweise gedroht wurde, oder irgendjemand gegen mich tätlich wurde.
Wie frustrierend ist es für Dich, häufig mindestens eine Mannschaft und deren Anhang gegen Dich zu haben?
Ich nehme das ganze sportlich. 90 Minuten lang haben die Akteure jeweils ihre Vereinsbrille auf. Solange man nach dem Spiel gemeinsam ein Bier trinken kann, weiß ich, dass alles gut war.
Ein typisches Beispiel: Nehmen wir an, es gibt ein klares Foulspiel im eigenen Strafraum, die Reaktion der verteidigenden Mannschaft und deren Anhänger ist: kein Strafstoß. Kommt es jedoch zu einem ähnlichen Foulspiel im gegnerischen Strafraum, ist es für dieselben Leute auf einmal ein ganz eindeutiger Strafstoß.
Somit hat man als Schiedsrichter praktisch keine Chance, es beiden Teams recht zu machen.
Versuchst Du durch ein bestimmtes Auftreten, einen bestimmten Umgang mit den Spielern die allgemeine Aggressivität etwas abzudämpfen?
Der Ton macht die Musik. Was ich gelernt habe: Respekt zeigen und Respekt erhalten. Es ist sehr wichtig, nicht irgendeine Dominanz zu zeigen und die besondere Position als Schiedsrichter auszunutzen. Damit komme ich ganz gut durch, jedoch gibt es immer wieder Spieler, denen nicht zu helfen ist, dann müssen die halt mal frühzeitig duschen gehen.
Lass uns etwas über die schönen Seiten Deiner Berufung sprechen. Wie läuft ein perfekter Sonntag für Dich ab?
Natürlich ausschlafen, anschließend Frühstücken und etwas entspannen bei den Bundesliga-Zusammenfassungen. Wenn das Wetter mitspielt, noch etwas spazieren und dann wird es so langsam Zeit, sich auf den Weg zum Spiel zu machen, damit ich mindestens eine Stunde vor dem Anpfiff vor Ort bin.
Am Spielort angekommen, stelle ich mich beiden Trainern, unterhalte mich mit ihnen und trinke gerne noch einen Kaffee. Dann geht es auch schon zum Umziehen. Nach dem Spiel trinke ich, wie bereits erwähnt, mit den Mannschaften ein Bier und esse eine rote Wurst. Dann geht es bereits auf den Heimweg. Abends treffe ich mich dann noch mit Freunden.
Was war denn das Schönste, was Dir ein Spieler bislang gesagt hat?
Es gab viele nette Aussagen: „Du darfst gerne wieder kommen“, „Endlich mal ein junger Schiri“, „Obwohl wir verloren haben, war deine Leistung sehr gut“ …
Warum tust Du dir Deinen Job überhaupt an? Woher kommt und woraus speist sich Deine Leidenschaft für das Schiedsrichter-Dasein?
Weil es Spaß macht. Und ich sehe es nicht als einen Job an. Mein ehemaliger Trainer hat sich für den Schirikurs angemeldet und mich ebenfalls gefragt, ob ich Interesse hätte, und ein Mitspieler war ebenfalls Schiri, der mir schon einiges von den Aufgaben eines Schiris berichtet hat. So kam ich dazu.
Mir hat es von Anfang an sehr viel Spaß gemacht und, wie man sieht, macht es mir immer noch Spaß. Jedoch stand ich vor einer schweren Entscheidung, selber aktiv zu pfeifen, oder noch weiterhin aktiv zu kicken… Da ich keine halben Sachen mehr machen wollte, habe ich mich für das Pfeifen entschieden, was ich heute nicht bereue.
Wie gehst Du damit um, wenn Du erkennst, dass Du eine Fehlentscheidung getroffen hast?
Zu der Fehlentscheidung stehen und wenn möglich korrigieren. Ich habe mal ein Abseits gepfiffen und einen Spieler an der Eckfahne übersehen, natürlich war das Geschrei erstmal groß. Ich habe meinen Fehler eingestanden und mit einem Schiri-Ball das Spiel fortgeführt. Das kam dann auch bei beiden Teams sehr gut an.
Hat ein Schiedsrichter ein Schiedsrichter-Vorbild?
Natürlich gib es auch sowas, Du willst jetzt sicher wissen, wer meines ist.
Leider musste er wegen der Altersgrenze im Profifußball aufhören: ganz eindeutig Knut Kircher.
Und warum?
Er ist eine echte Persönlichkeit und gibt seinem Heimatbezirk, dem WFV, auch viel zurück. Er hat eine besondere Ausstrahlung – es sah bei ihm immer so einfach aus.
Sven Urban neben seinem Idol, der Schiedsrichter-Legende Knut Kircher (rechts). In diesem Jahr wurde Urban für 15 Jahre ehrenamtlichem Schiedsrichter-Dienst geehrt. Außerdem auf der Bühne: Frank Dürr (links) & Guiseppe Palilla (2. v. l.).
Für welchen (Profi-)Fußballverein brennst Du privat?
Brennen tue ich für keinen Verein. Ich freue mich, wenn der VfB Stuttgart gewinnt und hoffe, dass die zurück in die erste Liga kommen.
Welches Team würdest Du gerne einmal pfeifen?
Die Deutsche Nationalmannschaft.
Macht es heute mehr Spaß, Schiedsrichter zu sein, als früher? Oder umgekehrt? Oder: Gibt es gar keinen Unterschied?
Schwere Frage… 2004 habe ich meinen Schirikurs gemacht und bis 2010 nur Jugendspiele geleitet. Für mich persönlich gibt es da keinen Unterschied.
Wie beurteilt ein Fachmann den Video-Schiedsrichter in den Profiligen?
Da habe ich die Schiedsrichter-Perspektive: Natürlich ist es für den Schiedsrichter auf dem Spielfeld eine enorme Erleichterung, denn verdeckte oder entgangene Handspiele, Abseits oder Fouls können bewertet und geahndet werden. Vielen Zuschauer ist leider nicht bewusst, wann ein VSR eingreifen darf und wann nicht…
Zum Schluss drei Aussagen, die Du einfach vervollständigen musst!
Zum roten Karton greife ich sofort, wenn…
es zu einer Tätlichkeit oder Beleidigung kommt.
Spieler, Trainer & Fans vergessen im Umgang mit Schiedsrichtern schnell mal, dass…
wir nur Menschen sind und auch Fehler machen.
Allen Nachwuchs-Schiedsrichtern rate ich, …
dass sie sich von den schlimmen Momenten nicht abschrecken lassen sollen – es gibt als Schiri viel mehr schöne Momente.
Lieber Sven, vielen Dank für das Gespräch.
